Der Schirmherr
Bundestagsvizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse, SPD hat die Schirmherrschaft übernommen.
Schon lange setzt sich Wolfgang Thierse gegen Rechtsextremismus ein. Wir freuen uns sehr über diese Schirmherrschaft.
Grußwort des Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse:
Wolfgang Thierse
Vizepräsident des Deutschen Bundestages
Berlin, d. 29. Juni 2007
Grußwort des Schirmherrn der "Aktion Noteingang"
(Projekt des Jugendclubs Kriebethal und der Sächsischen Landjugend e.V.)
Das Ausmaß an Gewaltbereitschaft gegen Ausländer und Minderheiten, gegen politisch engagierte Jugendliche und Unangepasste ist nach wie vor erschreckend hoch - gerade auch in Sachsen: Allein in der Region Mittweida gab es 2006 insgesamt 99 strafbare Handlungen mit rechts extremem Hintergrund, davon 14 Gewaltstraftaten mit 22 Verletzten und Schwerverletzten!
Rechtsradikalismus ist ein konjunkturabhängiges Thema. Das wissen wir spätestens seit den Gewaltausbrüchen in Mölln, Rostock, Hoyerswerda, Anfang der neunziger Jahre. Wir wissen aber auch, dass diese Ideologie, diese Gewaltbereitschaft erst verschwinden wird, wenn es in der Mitte unserer Gesellschaft einen antirassistischen Konsens gibt. Diesen Konsens herzustellen, ist keineswegs nur eine Aufgabe für Politiker, Polizisten und Richter, sondern für jede Bürgerin und jeden Bürger, gerade auch der jungen Generation.
Der Kampf gegen Rechtsradikale bedarf engagierter Mitstreiter und kreativer Ideen, um Denkprozesse in Gang zu setzen, Vorurteile abzubauen, Gewalt zu verhindern.
Wir dürfen den Neonazis nicht unsere Straßen, Plätze und Jugendklubs, nicht unsere Dörfer und Städte, nicht unsere Sprache überlassen! Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wenn andere Menschen mit Schmähungen überhäuft, durch die Straßen gejagt und zusammengeschlagen werden.
Das Projekt "Aktion Noteingang" des Jugendc1ubs Kriebethal und der Sächsischen Landjugend e.V. im Landkreis Mittweidas ist ein ermutigender, solidarischer Ansatz im Kampf gegen Ausgrenzung, Stigmatisierung, Gewalt. Diese Aktion ist ermutigend, weil sie der verbreiteten Stimmung, man könne sowieso nichts tun, deutlich widerspricht. Und sie ist solidarisch, weil sie Menschen in Notsituationen und Opfern fremdenfeindlicher, rechts extremer Gewalt Unterstützung signalisiert und ihnen einen sicheren Zufluchtsort bietet.
Je mehr Geschäfte, Restaurants, Taxiunternehmen, Tankstellen, Gewerbetreibende, Klubs sich am Projekt beteiligen, umso sicherer wird der öffentliche Raum, umso menschlicher wird unsere Gesellschaft. Als Schirmherr der "Aktion Noteingang" bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Mittweida um Unterstützung. Die Opfer von Gewalt verdienen unsere Solidarität und unseren Respekt! Niemand darf wegschauen, wenn anderen Unrecht geschieht!
Wolfgang Thierse