Aktion Noteingang Mittweida

Die Idee von Aktion Noteingang

Die Aktion

Die Idee für die „Aktion Noteingang in Mittweida“ entstand Anfang des Jahres 2007, da es in den vorangegangenen Monaten immer wieder zu rechten Gewalt- u. Straftaten im Landkreis Mittweida kam. Zu diesem Zeitpunkt haben wir KriebethalerInnen aus dem örtlichen Jugendclub uns überlegt, was wir gegen den immer mehr Überhand nehmenden Rechtsradikalismus unternehmen können. Dabei sind wir zusammen mit der „Sächsischen Landjugend e.V.“ auf diese Aktion gestoßen, da Sie auch schon in anderen Städten wie Angermünde, Bernau, Kyritz, Schwedt, u.a. durchgeführt wurde, und dort zum Teil auf große Resonanz gestoßen ist.

 

Einer der wichtigsten Schritte der Umsetzung ist in kleinen Gruppen von 2-3 Personen in Läden, Bus- u. Taxiunternehmen, öffentlichen und anderen Einrichtungen die verantwortlichen Personen in Gesprächen dazu zubringen, auf der Vorderseite klebende und leuchtende Aufkleber mit der Aufschrift: „Hier wird ihnen Schutz vor rassistischen und faschistischen Übergriffen gewährt“ (Dies natürlich in verschiedenen Sprachen) an der Innenseite ihres Fensters oder Schaufensters anzubringen und somit Opfern rechter Gewalt Schutzräume zu bieten und Hilfe zu leisten. Diese Hilfe kann erfolgen beispielsweise in Form von: Ausschließen der Angreifenden Person(en) und die angegriffene(n) Person(en) in hintere Geschäftsräume bringen und die Polizei rufen. Eine weitere Hilfe würde jeden Tag bestehen, wenn mögliche AngreiferInnen wissen, dass ihre Einstellung auf keinen Rückhalt in der Bevölkerung stößt, was ansonsten oftmals eine Ursache für öffentlich- rassistische Gewalt ist.

Doch auch schon im Vorfeld wird eine Diskussion in Presse, Politik und Bevölkerung ausgelöst, die es erst ermöglicht auf das Problem rechter Gewalt aufmerksam zu machen, und somit als Grundstein für gemeinsame Ideen und weitere Aktionen dienen kann, rassistischer Gewalt und Alltagskultur entschieden entgegenzutreten.

Die Aktionsgruppe

Die Aktionsgruppe umfasste anfangs 10-12 Jugendliche im Alter von 17- 23 Jahren aus dem selbstverwalteten Kriebethaler Jugendclub. Den Stein ins Rollen brachte ein Überfall im November 2006 auf unseren Jugendclub, in dessen Verlauf zwar niemand körperlich verletzt wurde, sich aber zeigte, dass wir diese Entwicklung so nicht länger hinnehmen können.

Im Laufe der Wochen und Monate, in der die Idee verbreitet wurde, stießen jedoch immer mehr Menschen dazu. So gesellten sich unserer Gruppe mittlerweile auch einige MittweidaerInnen und einige Leute aus dem Mittweidaer Umland, die auch z.T. schon Opfer rechter Gewalt Mittweidaer Nazis wurden, hinzu.

So eint uns mittlerweile ca. 20 Leute der Gedanke der „Aktion Noteingang Mittweida“ auf dem Weg zu einem friedlichen Mittweida, in der jede/r (egal welcher Herkunft, Religion, politischer Gesinnung, sexueller Einstellung oder sozialer Schicht etc.) frei von nazistischer Gewalt leben kann.

Schirmherr unserer Initiative ist Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Unterstützung erfährt die Gruppe auch durch den MdB Detlef Müller.

Ziele und Möglichkeiten

Es wird eine Plattform geschaffen, die jeder Einrichtung und jedem/jeder Gewerbetreibenden in Mittweida die Möglichkeit bietet, sich klar gegen den Rechtsradikalismus zu positionieren und somit einen Beitrag zu leisten eine positive Stadtbildprägung zu erreichen. Damit kann man ImmigrantInnen, TouristInnen und anderen möglichen Opfern rassistischer Übergriffe davon überzeugen, dass längst nicht alle Bevölkerungsgruppen rechte Gewalt tolerieren oder gar unterstützen, sondern dass sich die breite Masse öffentlich gegen dieses Gedankengut stellt und somit zu einer weltoffeneren Stadt Mittweida beiträgt.